Alleinarbeiterschutz

Sobald ein Mitarbeiter alleine arbeitet, ist der Arbeitgeber gemäß § 5 des Arbeitsschutzgesetzes dazu verpflichtet, eine besondere Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und daraus Maßnahmen abzuleiten. Insbesondere muss der Arbeitgeber gewährleisten, dass nach einem Unfall unverzüglich Erste Hilfe geleistet und die erforderliche ärztliche Versorgung veranlasst wird.

Was wird unter Alleinarbeit verstanden?

Ein Mitarbeiter gilt als Alleinarbeiter, wenn er seine Tätigkeit außerhalb von Ruf- und Sichtweite zu anderen Personen ausführt. Dabei handelt es sich häufig um mobile Dienstleistungen und Berufe, die außerhalb der gängigen Arbeitszeiten stattfinden oder auf Rufbereitschaft basieren. Beispiele für klassische Berufsgruppen, in denen Mitarbeiter alleine arbeiten sind:

Lieferdienst

Lieferdienst

Außendienst

Außendienst

Häuslicher Pflegedienst

Häuslicher Pflegedienst

Produktion

Produktion

Personenbeförderung

Personenbeförderung

Sicherheitsdienst

Sicherheitsdienst

Warum müssen Alleinarbeiter geschützt werden?

Alleinarbeiter sind nicht direkt größeren Gefahren oder Risiken als andere Mitarbeiter ausgesetzt, dennoch sind sie im Ernstfall völlig auf sich allein gestellt und haben niemanden, der schnell Hilfe leisten und die Rettungskette auslösen könnte. Bei einem Unfall oder einem akuten gesundheitlichen Problem (z.B. Herzinfarkt) haben Alleinarbeiter durch die fehlende Hilfeleistung ein höheres Risiko, Dauerschäden davon zu tragen oder gar ihr Leben zu verlieren. Darüber hinaus wirken Alleinarbeiter verletzlicher und können dadurch leichter Opfer von Gewalt werden. Es ist kein Kollege in der Nähe, der in einer brenzligen Situation einschreiten könnte. 

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Wie läuft eine Gefährdungsbeurteilung ab?

Gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz hat jeder Unternehmer die Gefährdungen für die Alleinarbeiter durch eine Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln und die Arbeitsbedingungen zu beurteilen. Aufgrund der Beurteilung sind geeignete Maßnahmen vorzunehmen und gemäß § 6 Arbeitsschutzgesetz zu dokumentieren. Die Gefährdungsbeurteilung besteht aus der Gefährdungsermittlung und der Risikobeurteilung. Vor der Risikobeurteilung muss die Gefährdungsermittlung durchgeführt werden.

Gefährdungsbeurteilung

Hierzu werden von der Fachkraft für Arbeitssicherheit, dem Betriebsarzt, der Personalvertretung, dem Sicherheitsbeauftragten und den betroffenen Mitarbeitern die Gefährdungsfaktoren ermittelt. Gefährdungen können insbesondere entstehen durch...

  • die Gestaltung und die Einrichtung der Arbeitsstätte und des Arbeitsplatzes
  • physikalische, chemische und biologische Einwirkungen
  • die Gestaltung, die Auswahl und den Einsatz von Arbeitsmitteln, Maschinen, Geräten und Anlagen
  • die Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren, Arbeitsabläufen und Arbeitszeiten
  • unzureichende Qualifikation und Unterweisung der Beschäftigten

Nach der Gefährdungsermittlung erfolgt die Risikobeurteilung. Diese wird anhand der Gefährdungsstufe (GZ), der Notfallwahrscheinlichkeit (NW) und der Zeit bis zum Beginn von Hilfsmaßnahmen (EV) bestimmt.


Gefährdungsstufe (GZ)

Die Gefährdungsstufe (GZ) wird anhand der Gefährdungsfaktoren bestimmt.

Notfallwahrscheinlichkeit (NW)

Die Kennziffer (NW) wird anhand der Wahrscheinlichkeit eines Notfalls bestimmt.

Notfallwahrscheinlichkeit

Erstversorgung (EV)

Die Kennziffer (EV) wird anhand der Zeit zwischen dem Auslösen des Alarms und dem Beginn der Hilfsmaßnahmen vor Ort bestimmt.

Zeit bis zur Erstversorgung

Beträgt die Zeit bis zum Beginn von Hilfsmaßnahmen mehr als 15 Minuten, ist die Effektivität der Rettungskette nicht gewährleistet. In solchen Fällen darf keine Alleinarbeit stattfinden.


Risikobeurteilung für den Arbeitsplatz

Bereits durch die Einteilung in die Gefährdungsstufen (GZ) ergeben sich folgende Maßnahmen für den Alleinarbeitsplatz.

Risikobeurteilung

Zur abschließenden Beurteilung des Risikos wird folgende Rechnung durchgeführt:

Risikobeurteilung

Wenn R kleiner als 30 ist, dann handelt es sich um ein akzeptables Risiko und es müssen keine weiteren Maßnahmen getroffen werden. Ist R größer als 30, dann wird von einem Gefahrenfall gesprochen. Das bedeutet, dass technische, organisatorische oder personelle Maßnahmen zur Risikominimierung zu treffen sind, sodass der Faktor GZ oder NW zuverlässig sinkt. Als sinnvolle technische Maßnahmen zählt insbesondere der Einsatz von Notruf- bzw. Überwachungsmöglichkeiten für allein arbeitende Personen.

Ist Alleinarbeit überhaupt erlaubt?

Bevor Sie eine Personen-Notsignal-Anlage in Ihrem Unternehmen einsetzen, müssen Sie gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz erst prüfen, ob die Alleinarbeit überhaupt zulässig ist. Dazu müssen Sie eine Gefährdungsbeurteilung durchführen und die Gefährdungsstufen Ihrer Alleinarbeiter ermitteln. 

Alleinarbeit ist nicht zulässig, wenn..

  • beim Vorliegen einer kritischen Gefährdung die Wahrscheinlichkeit eines Notfalls als hoch eingestuft wird
  • die Zeit bis zum Beginn von Hilfsmaßnahmen mehr als 15 Minuten dauert
  • R > 30 ist und keine Maßnahmen zur Risikominimierung möglich sind.

Wann kommt eine Personen-Notsignal-Anlage (PNA) zum Einsatz?

Mit der Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung können sie die Gefährdungsstufe Ihrer Alleinarbeiter ermitteln. Diese bestimmt wozu der Unternehmer laut § 6 Arbeitsschutzgesetz verpflichtet ist.

Einsatz einer Personen-Notsignal-Anlage

Wenn die Gefährdungsstufe als gering eingeschätzt wird, dann reicht eine Meldeeinrichtung (z.B. Telefon oder Kontrollanrufe) aus. Der Einsatz einer PNA ist nicht zwingend erforderlich.

Wenn die Gefährdungsstufe als erhöht eingeschätzt wird, ist zu prüfen, ob eine Meldeeinrichtung (z.B. Telefon oder Kontrollanruf) noch zulässig ist. Gegebenenfalls ist eine PNA in Betracht zu ziehen.

Sofern die Gefährdungsstufe als kritisch eingeschätzt wird, ist eine PNA zu verwenden oder die Anwesenheit einer zweiten Person ist erforderlich. Wenn die Wahrscheinlichkeit eines Notfalls als hoch eingestuft wird, dann ist Alleinarbeit nicht zulässig.

Warum der Einsatz einer Personen-Notsignal-Anlage (PNA) für alle Alleinarbeiter sinnvoll ist?

Gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz hat jeder Unternehmer geeignete Maßnahmen zum Schutz der Alleinarbeiter ergreifen und gemäß § 6 Arbeitsschutzgesetz zu dokumentieren. Durch den Einsatz einer PNA ergeben sich folgende Vorteile für den Unternehmer.


Minimierung der Haftungsrisiken

Es liegt in der Pflicht des Arbeitgebers für ein effektives Notrufsystem zu sorgen. Eine Personen-Notsignal-Anlage ist dafür eine von der der DGUV empfohlene Maßnahme.

Ersparen von Kontrollanrufen

Kontrollanrufe als Meldeeinrichtung werden nicht nur regelmäßig vergessen, sondern führen auch zur regelmäßigen Ablenkung zweier Mitarbeiter. Darüber hinaus kann die Hilfeleistung trotz Kontrollanruf zu spät erfolgen.

Notfall bleibt nicht unbemerkt

Wenn der Betroffene selbst nicht mehr in der Lage ist Hilfe anzufordern, dann kann über die Erkennung von Sturz- & Bewegungslosigkeit automatisch ein Notfall gemeldet und damit Hilfe angefordert werden. 

Abschreckung von Tätern

Der Zeitalarm, der sich in regelmäßigen Zeitabständen nach dem Wohl des Mitarbeiters erkundigt, kann abschreckend auf einen potentiellen Täter wirken.

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Katharina Hochmuth

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